Rechnet man alle Buchten mit, dann hat Schweden 7500 Kilometer Küste – nicht nur Felsen und Felsmulden, sondern auch weite Sandstrände.

Um das Jahr 1850 hatte Schweden eine Reisesensation: Wo auf der Welt konnte man so bequem und so schnell auf dem Wasserwege quer durch ein ganzes Land fahren? Heute sieht man es etwas anders: Wo lohnt es sich so sehr, Auto und Flugzeug zu vergessen und so recht gemütlich und langsam von der Hafenstadt an der Nordsee zur Hauptstadt an der Ostsee zu fahren?
Und so bemüht sich denn auch die Göta-Kanal-Reederei, die Drei-Tage-Fahrt mit möglichst altmodisch eingerichteten Schiffen, nicht mit modernen Sight-Seeing-Booten, durchzuführen. Die Fahrt über den Göta-Kanal ist gerade deshalb so reizvoll und reich an Abwechslung, weil sie eben nicht die ganze 596 Kilometer lange Strecke über einen Kanal führt, sondern zwei Drittel der Fahrt über Flüsse und Seen.

Göteborgs Hafen ist der größte Skandinaviens, die Stadt selbst Schwedens größte Industrie- und Handelsstadt. Göteborg ist stolz darauf, eine dreieinhalb Jahrhunderte junge Stadt zu sein und sich immer wieder durch Abbruch alter Häuserzu verjüngen. Es ist stolz auf seine riesigen Kaufhäuser, auf ein großes Kulturzentrum, das vorbildliche Stadion Ullevi, die gewaltige Sporthalle Skandinavium. Das einzige Alte oder Altertümliche, das man dort liebt, sind die Segelschiffe im Hafen mit ihren reichen Schnitzereien an Bug und Heck. In den weiten Parkanlagen, auf den alten Befestigungsschanzen, entlang den Wallgräben finden Spaziergänger Ruhe und Erholung von dem lebhaften Treiben in Stadt und Hafen.

Man sieht sich nicht satt auf dieser „Kanalfahrt“: Einmal fährt man über weite, offene Seen, dann wieder über schmale, gewundene Kanäle. Dichte Wälder, fruchtbare Felder, alte Kirchen und Bauernhöfe und traditionsreiche Städte säumen den Weg. Durch 65 Schleusen und ihre Staustufen werden Anhöhen überwunden – von 0 bis 91,5 Meter bei Lanthöjden!

Von Göteborg aus nach Norden, parallel zur Küste, geht es den Götaelv hinauf. Ein Denkmal blutiger Kämpfe zwischen Schweden, Norwegern und Dänen sind die Ruinen der stattlichen Grenzfeste Bohus. Kurz vor dem Vänersee bei Trollättan klettert das Schiff über verschiedene Staustufen allmählich auf das Niveau des Sees. Dort werden gewaltige Wasserfälle zur Stromgewinnung genutzt. Noch etwas höher wird das Schiff bei Vänersborg gehoben, das sich selbst „Klein-Paris“ nennt, aber wegen seiner Schuhindustrie und anderer Fabriken eher als schwedisches Pirmasens zu bezeichnen wäre… –> Reisebericht Schweden

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